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Zu den Anfängen bulgarischer Geschichte

erstellt von tripwolf-partner am 2010-12-02

Zu den Anfängen bulgarischer Geschichte

Diese Route führt ins Landesinnere und erfasst einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des alten Bulgariens: die gewaltigen Steinformationen bei Devnja, das Reiterbild von Madara, die ersten bulgarischen Hauptstädte Pliska und Preslav. Die gesamte Wegstrecke beträgt ca. 250 km und kann gut an zwei Tagen mit Übernachtung z. B. im sehenswerten Sumen bewältigt werden. Die Ziele eignen sich auch für einzelne Tagesreisen.

Der Ausflug beginnt in Varna und führt über die Autobahn E70 in Richtung Sofia am Flughafen Aksakovo vorbei. Die Abzweigung nach Povelianovo bringt Sie auf die alte Straße Varna-Devnja. Eine gute Orientierung ist hier die über die Autobahn verlaufende Seilbahn, deren Gondeln Kalkstein aus den nahe gelegenen Minen in Europas größtes Sodawerk transportieren.

Links der Straße nach Devnja liegt das 253 ha große Naturschutzgebiet Pobiti kamani, das an dem wüstenartigen Terrain und den darin verstreuten Steinsäulen leicht zu erkennen ist. Die 50 Mio. Jahre alten Gebilde ähneln einem versteinerten Wald, entstanden aber über Jahrtausende durch das Absinken des Meeresspiegels. Ähnlich denen in einer Höhle gebildeten Stalagmiten formte das Wasser die bis zu 7 m hohen und bis zu 2 m dicken Säulen. In dem Reservat wachsen zudem seltene Wüstenpflanzen.

Zurück auf der Autobahn geht es weiter Richtung Sofia. Nach ca. 40 km liegt rechts die Abzweigung nach Pliska. Sie fahren durch den Ort und folgen den weißen Schildern, die leider nur auf Bulgarisch den Weg zum archäologischen Reservat - Archeologiceski rezervat - weisen. Über die von Walnussbäumen gesäumte Straße erreichen Sie 3 km hinter dem Dorf die Ruinen der ersten bulgarischen Hauptstadt Pliska (681-893).

Die altertümliche Stadt umfasst ein Gelände von 23 km². Mehrere konzentrische Mauern mit hohen Wachtürmen schützten einst den urbanen Kern mit dem Palast des bulgarischen Fürsten. Reste von Tempeln, Bädern mit Bodenheizung, Kornkammern und unterirdische Gänge sind heute zu sehen. Das kleine Museum (Mo-Fr 10-17 Uhr, Eintritt 1,50 Euro, Führung 5 Euro) zeigt interessante Funde aus dem Komplex und gibt Einblick in das Leben der Stadt. Vor dem Museum markiert ein großes steinernes Kreuz das Grab des Tschechen Karel Skorpil (1859-1944). Er gilt als der Begründer der Archäologie in Bulgarien, regte 1899 die Ausgrabungen in Pliska an und wollte unbedingt an diesem Ort begraben werden.

Vom Parkplatz am restaurierten Osttor führt die Straße 1,5 km weiter bis zur großen Königskirche aus dem 9. Jh. Mit ihren 100 m Länge und 30 m Breite gehörte die dreischiffige Basilika einst zu den größten Europas. 865 ging hier unter Fürst Boris die offizielle Bekehrung der Bulgaren zum Christentum vonstatten.

Von Pliska geht es zurück auf die E 70. Auf der linken Seite erscheint schon bald die Abzweigung nach Kaspican und dem nächsten archäologischen Reservat Madarski konnik (Reiter von Madara). Sie fahren die Straße rechts aufwärts zum Komplex, in dem mehrere Restaurants mit Motel und Zeltplatz untergebracht sind. Am Parkplatz beginnen die steilen Treppen, die direkt zum steinernen Reiterbild führen. Von der Kasse aus (im Sommer tgl. 8-18 Uhr, Eintritt 1,50 Euro, Führungen auf Deutsch) haben Sie die Möglichkeit zu einem ca. 2-stündigen Spaziergang bis auf das Plateau, von dem sich ein herrlicher Blick auf die ganze Region samt Pliska eröffnet. Die Beschriftungen entlang dieses Ecotrails sind auch auf Deutsch.

Wer nur den Reiter sehen will, holt tief Luft und steigt die 226 Stufen zum unter Unesco-Schutz stehenden Denkmal hinauf. Das riesige Relief ist direkt in den Felsen geschlagen. Bis heute sind sich die Forscher nicht einig, welcher Herrscher auf dem Pferd sitzt. Den gefundenen Inschriften zufolge zeigt das Bild bulgarisch-byzantinische Ereignisse zwischen 701 und 831. Der Reiter von Madara ist das einzige frühmittelalterliche Monumentalrelief in Europa.

Das Gebiet und die Natur um das Reiterbildnis sollen magische Kräfte haben. Funde in den zahlreichen Höhlen bezeugen, dass hier bereits 4000 v. Chr. Menschen gelebt haben. Heute wird der Ort von vielen Menschen zum Meditieren aufgesucht.

Beeindruckend ist vor allem die Goljama peštera (Große Höhle) in unmittelbarer Nähe des Reiterbildes. Ein Weg rechts der Treppe zum Felsen führt direkt dorthin. Die Höhle war in der Antike eine thrakische Kultstätte. Jedes Jahr im Juni werden in der einzigartigen Atmosphäre der Höhlen Konzerte mit klassischer Musik gegeben (Do und Sa 15 und 19 Uhr, Eintritt 3 Euro, Karten an der Denkmalkasse).

Wieder auf der E 70 geht es weiter Richtung Sofia. Nach ca. 10 km steht unmittelbar an der Abzweigung nach Matnica eine Kopie des Reiters von Madara, die bei Zeitmangel oder schlechten Wetterbedingungen auch eine Vorstellung von dieser Sehenswürdigkeit gibt. Nach weiteren 10 km folgt links die Abzweigung nach Preslav, der zweiten bulgarischen Hauptstadt. Sie liegt ca. 22 km von der Schnellstraße Varna-Sofia entfernt.

Nachdem Pliska von den Byzantinern zerstört wurde, verlagerte sich das Zentrum des bulgarischen Staates nach Preslav, das bis 972 als die Hauptstadt des Ersten Bulgarischen Reiches galt. Das Archäologische Museum (im Sommer tgl. 8-18 Uhr, Eintritt 1,50 Euro, Führung 5 Euro, Videofilm auf Deutsch) zeigt interessante Funde auf dem im Vergleich zu Pliska flächenmäßig bescheideneren Areal von nur 5 km². Der Ruinen- und Ausgrabungskomplex liegt 2 km südlich der heutigen Stadt. Erhalten geblieben sind die Festungsmauern, Paläste, Bauten des Hofs und der Verwaltung, Ateliers, Bäder und Wasserleitungen. Das bedeutendste Gebäude ist die Ruine der Goldenen Kirche aus dem Jahre 907. Ihre Kuppel war außen vergoldet, innen trug sie Mosaike auf goldenem Grund. Im streng bewachten Tresor des Museums sind der 1979 geborgene und aus Schmuck bestehende Goldschatz von Preslav (10. Jh.) sowie die Keramikikone des Heiligen Theodoros Strateles zu bewundern.

Etwa 20 km nordöstlich von Preslav liegt die historisch ausgesprochen interessante Stadt Šumen. Das von weitem zu erkennende monumentale Denkmal auf einem der Hügel ist dem 1300-jährigen Bestehen des bulgarischen Staates (1981) gewidmet.

Ein lohnendes Ziel ist u. a. die altertümliche Festung (im Sommer tgl. 8-18 Uhr, Eintritt 1,50 Euro), ca. 3 km westlich der Innenstadt. Von ihr eröffnet sich ein phantastischer Blick auf Šumen und die Region. Ihr Ursprung geht auf die Thraker zurück.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Šumen sind die größte Moschee in Bulgarien, die Tombul-Džamia (1744), der überdachte Bazar aus dem 16. Jh. (Bezistena), die alte Handwerkerstraße Kazandžijskata uliza sowie der Brunnen Kurschum cešma (1744).

Das Hotel Šumen (90 Zi., 18 Apts., Ploštad Oborište, Tel. 054/591 41, Fax 580 09, €€€) oder das am Stadtpark liegende einfache Haus Orbita (16 Zi., 3 Apts., Priroden park, Tel. 054/80 02 86, €€) sind empfehlenswert. Aber auch wenn Sie nicht übernachten, sollten Sie unbedingt Zeit für den Besuch der Gaststätte der ältesten Bierbrauerei Bulgariens einplanen: Biraria-Restaurant Šumensko Pivo, an der Auffahrt zur Festung, Tel. 054/85 82 65, €€

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